Auktion 126 September 2015

Heinrich Ehmsen. 1886 Kiel - 1964 Ost-Berlin. 19












Auktion: Auktion 126 September 2015
Sachgebiet:126Moderne und Zeitgenössische Kunst
Ausrufnummer:1419
Ausrufpreis:280 Euro

Info:
Heinrich Ehmsen. 1886 Kiel - 1964 Ost-Berlin. 1906-09 Studium an der Kunstgewerbeschule in Düsseldorf. Auslandsaufenthalte in Paris, Südfrankreich (1928), Sowjetunion, Rom und Süditalien. 1933 Verhaftung durch die Gestapo, 1937 Diffamierung als 'entarteter' Künstler. 1942 als Kriegsmaler und Soldat an die Ostfront beordert. Nach einem Bombenangriff 1945 Brand in Ehmsens Berliner Atelier. Zusammen mit Karl Hofer Gründungsmitglied der Akademie der Künste in Berlin (Charlottenburg). 1950 Übersiedelung an die Akademie der Künste der DDR (Ost-Berlin). Handsign. Mit Druckerstempel von Heinrich Wetteroth (München). 'Feierstunde' (auch: 'Revolution', 'Pause zwischen zwei Exekutionen'). Zwischen Häuserzeilen haben sich drei uniformierte Männer mit ihren Gewehren zum Pfeiferauchen auf einer Bank niedergelassen, nachdem sie mehrere Menschen an einer Mauer exekutiert hatten, worüber die im Hintergrund dargestellte Szenerie Aufschluss gibt. 1919. Radierung mit Kaltnadel/festes cremefarbenes Velin. (Bl. kl. Stockfl.) Pl. 29,4 x 22,7 cm. Literatur: Lothar Lang, 'Heinrich Ehmsen. Das druckgraphische Werk', Dresden 1986, S. 30. Provenienz: Aus einer deutschen Privatsammlung.

Die 'Feierstunde' nimmt Bezug auf die politische Situation der Münchner Revolution von 1918/19. In der Manier eines Reporters hält Ehmsen mit künstlerischen Mitteln die heftigen Gefechte und zahlreichen Exekutionen, die er durch das Fenster seines Ateliers im Stadtzentrum beobachten kann, fest. Ehmsen 'malte und zeichnete [...] aus Empörung und Besessenheit' (zit. nach Horst Moser 2008). Von den bürgerkriegsähnlichen Ereignissen jener Tage entstehen annähernd einhundert Papierarbeiten und Druckgraphiken, wovon ein Großteil als verschollen gilt oder übermalt worden ist.

Abkürzungsverzeichnis

Gebot: